Virtuelle Reiseberatung erspart den Weg zum Reisebüro
Juli 31st, 2007 | by Bib Neyo |
Hinweis: Dies ist ein von trigami vermittelter Auftrag.
Nachdem vor einigen Monaten die virtuelle Welt von Second Life noch als Trend der Zukunft in Sachen Spiele, Social Networking, etc. gefeiert wurde, gab es mittlerweile genauso viele Berichte die über das Platzen der Hypeblase berichteten. Immer mehr Unternehmen sahen in Second Life eine Chance Ihr Geschäft auszubauen, indem sie virtuelle Präsenzen bzw. Filialen - Klone ihrer realen Standorte - in Second Life eröffneten. Als sich dann die Nachricht vom Nutzerschwund verbreitete, beschlossen viele der vorher so euphorischen Unternehmen ihre virtuellen Standorte wieder dichtzumachen und sich aus dem Zweiten Leben vollständig zurückzuziehen.
Doch einige Firmen sehen in Second Life immer noch fruchtbaren Boden für neue Geschäfts- bzw. Vermarktungsideen.
Ein ganz neues Brand Experience hat sich z.B. das deutsche Onlinereiseportal Gratistours ausgedacht. Auf einer 3-D-Ferieninsel mit dem Namen Gratistours Island hat sich der Internet Reiseanbieter als erstes Unternehmen eine eigene Erlebniswelt rund um das Thema Urlaub in Second Life errichtet.
Betritt ein User die Insel wird dieser von dem weiblichen Second Life Avatar „Jas Capalini“ begrüßt und ausführlich beraten. Die smarte Touristikmanagerin hilft Onlineusern bei der Planung ihres Urlaubes und entführt diese zu ihren zukünftigen Reisezielen. Dabei ist Jas Capalini das virtuelle Alter-Ego der Gratistours-Geschäftsführerin Jasmin Taylor.
Diese beschreibt den Schritt in Richtung Second Life mit den folgenden Worten:
“Mit unserem Engagement in Second Life wollen wir dem sonst so techniklastigen Buchungsvorgang im Internet eine persönliche Note verleihen. Viele Kunden sehnen sich danach, auch online von einer vertrauten Person betreut zu werden, die sie bei der Wahl des richtigen Hotels oder Urlaubsortes unterstützt. Mit einer Mischung aus Unterhaltung und Beratung schaffen wir in Second Life ein Vertrauensverhältnis, das so sonst nur in der realen Welt, also dem First Life möglich wäre.“
Dieser Ansatz macht wirklich Sinn, da es immer noch genug Menschen gibt für welche es nicht in Frage kommt, alleine im Internet nach Angeboten zu suchen entweder nicht möglich oder nicht gewünscht ist. Immerhin spricht der Erfolg für sich. Nach dem Launch von Gratistours Island nahmen die Onlinebuchungen insbesondere bei weiblichen Second Life-Usern im Alter zwischen 25 und 33 rapide zu. Das gute Ergebnis ist aber auch auf eine integrierte Kommunikationsstrategie zurückzuführen. Ein Machinima Video bei YouTube über einen Urlaub innerhalb von Second Life entwickelte sich zu eines
der am meisten gesehenen und am besten bewerteten Reisevideos auf dem Videoportal YouTube.
http://www.youtube.com/watch?v=EgtGcTHL2dI
Weitere Infos: Vom Pixel-Strand in den Urlaub: Gratistours.com mit eigener Holiday Insel in Second Life
Dieses Beispiel zeigt, dass es nicht reicht einfach eine Präsenz mit Kontakt- oder Shoppingfunktion in die virtuelle zu integrieren, intelligente Konzepte mit echtem Mehrwert jedoch eine reelle Chance haben die reale Geschäftsentwicklung auszubauen.
So mag es auch wenig Sinn für z.B. mein Lieblingsrestaurant machen, sich einen Ansprechpartner bei Second Life anzulegen bei dem ich dann meine Tischreservierung aufgeben kann. Aber für den Kundenservice bei einigen Großunternehmen sehe ich echtes Potential. Wenn man bei einem Anruf nach langer Wartezeit mit einem Ansprechpartner verbunden wird, wechselt dieser im Laufe mehrer Gespräche und Weiterschaltungen immer wieder und es ist für Herzschwache Menschen manchmal ein Todesurteil, wenn Sie versuchen müssen bestimmte Beträge von einer falschen Rechnung der Deutschen Telekom wieder erstattet zu bekommen ;-)
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